le_trouver (le_trouver) wrote,
le_trouver
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Конфеттке.

Zwei große Romane dieses Sommers mit zahlreichen Parallelen: Beide kreisen um die Taten der Väter im Zweiten Weltkrieg. Grundlage für die Fiktion sind jeweils die echten Väter von Koneffke und Rothmann. Beide Autoren gehören der gleichen Generation an (Koneffke 1960, Rothmann 1953), beide sind erfahrene, vielfach preisgekrönte Schriftsteller. Beide Bücher wurden von der Kritik einhellig gelobt, zurecht; es sind beides bildmächtige, atmosphärisch dichte Werke. In beiden geht es NICHT um eine „Abrechnung“- es scheint, diese Zeiten sind vorbei.

Beider Väter wurden siebzehnjährig in den Krieg mehr hineingezogen, hatten laufend Skrupel, haben doch getötet, sind NICHT desertiert. Beide Väter waren hernach (mindestens) sozialdemokratisch gesinnte Pazifisten, die – selbst im Familienkreis – sich über ihre Kriegsvergangenheit ausschwiegen, Vater Koneffke reüssierte gar als Professor, als linksliberaler Bildungstheoretiker. Wie staunte der Sohn, als er im Nachlaß Briefe fand, in denen Papa prahlt, wie er zwei „ dusslige Iwans zu Suppe aus Blut, Eingeweiden und Knochen“ zusammenschoß!


Jan Koneffke: Ein Sonntagskind, Roman, Berlin: Galiani 2015. 582 S., 24.99€
Ralf Rothmann: Im Frühling sterben, Roman. Berlin 2015, 234 S., 19.95 €

Danke Ellen Kositza.
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  • Благовидный предлог.

    В связи со шмароной нередко вспоминаю сюжет советского детского рассказа про войну, где немецкое командование обьявило розыск дезертира в…

  • "Wussten wir",

    husten wir.

  • Wikileaki.

    Я так понимаю, имя убийцы Эшли Бэббит до сих пор нигде не называлось?

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