February 23rd, 2016

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Позор сорбского народа.

Stanislaw Tillich: „Das sind keine Menschen, die das tun. Das sind Verbrecher.“ 2016.

Carl Schmitt: „Die Menschen, die jene Mittel gegen andere Menschen anwenden, sehen sich gezwungen, diese anderen Menschen, d. h. ihre Opfer und Objekte, auch moralisch zu vernichten. Sie müssen die Gegenseite als Ganzes für verbrecherisch und unmenschlich erklären, für einen totalen Unwert. Sonst sind sie eben selber Verbrecher und Unmenschen.“ 1932.
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Удивительное дело.

Диалектический аллюр Тиллича заметил не кто-нибудь, а конкретно зелёный листок:

Aber wie macht Tillich das? Indem er sich der gleichen menschenverachtenden Denkmethoden bedient wie die Rassisten. Er verletzt die humanitäre Mindestregel, die da lautet, dass auch böse Menschen, selbst Verbrecher, als Menschen anzusehen sind: „Das sind keine Menschen, die so was tun“, sagte er über die Täter von Clausnitz und Bautzen, „das sind Verbrecher“.

Es galt einmal als zivilisatorische Errungenschaft, dass – erst recht in Deutschland – kein Mensch jemals wieder ausgegrenzt wird aus der menschlichen Gemeinschaft. Wer Hass predigt, ist zu bekämpfen, wer Straftaten begeht, zu verfolgen. Aber der Kern, die Menschenwürde, ist unantastbar. Das sollte ein deutscher Regierungschef wissen, sonst wird er denjenigen, die in Clausnitz andere Menschen als „Ungeziefer“ beschimpften, zum Verwechseln ähnlich. Und das ausgerechnet in dem Moment, da er sich endlich zur Verurteilung ihres Tuns bequemt. Ja, das ist Dialektik, aber vor allem ist es eine ziemliche Schande.

Erstaunlich übrigens, dass dieser Satz von Stanislaw Tillich mit wenigen Ausnahmen in der Öffentlichkeit einfach hingenommen worden ist. Als wäre es erträglich, dass einer wie er ein deutsches Bundesland regiert.


Stephan Hebel