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Опель Дипломат 1964.

Der ausschließlich mit Achtzylindermotoren angebotene Diplomat A war das Opel-Spitzenmodell jener Zeit. Anders als der spätere Diplomat B wurde er ausschließlich mit leistungs- und drehmomentstarken Chevrolet-V8-Motoren ausgeliefert. Das Fahrwerk des Diplomat war durch verstärkte Federn und größere Reifen (15-Zoll-Gürtelreifen) und einen Bremskraftregler hinten auf hohe Geschwindigkeiten ausgelegt. Eine Servolenkung war ebenfalls serienmäßig. Auch in der Ausstattung hob sich der Diplomat von Kapitän und Admiral ab. Dazu zählten ein Vinyldach, große Mittelkonsole mit Automatik-Wählhebel, eleganteres Interieur mit Furniereinlagen an Türverkleidungen, Instrumententafel und im Lenkrad und andere Details mehr.

Alle V8-Modelle des KAD besaßen zwei Auspuffstränge, die links und rechts unter dem Heckabschlussblech enden. Im Gegensatz zu Kapitän und Admiral trug der Diplomat von Anfang an die seitlichen Typen-Schriftzüge auf den vorderen Kotflügeln. Beim Modelljahreswechsel im September 1967 bekam der Diplomat A seitliche Schutzleisten. Die Mitteltunnelkonsole mit verchromten Wählhebel der Getriebeautomatik war mit einem Staufach versehen. Dort befand sich auch die Schalterleiste der serienmäßigen elektrischen Fensterheber vorn und hinten, damals auch in der Oberklasse noch eine exklusive Besonderheit.

Der V8-Motor mit 4638 cm³ Hubraum und 140 kW (190 PS) Leistung wurde zusammen mit dem zweistufigen „Powerglide“-Automatikgetriebe aus den USA von der Opel-Konzernmutter General Motors geliefert. Dort war dieser Motor (in den USA mit der Hubraumbezeichnung 283 Kubikzoll) die Standardausrüstung der Chevrolet V8-Wagen und dort allgemein als „small block“ bekannt. Ab September 1966 wurde auch für die Limousine gegen Aufpreis von ca. 960 DM der 5,4-Liter-Motor mit 230 PS (169 kW) aus dem Diplomat Coupé zusammen mit dessen 250 km/h-Tacho unter der Bezeichnung Diplomat 5,4 angeboten. Zu erkennen war diese Version am zusätzlichen Emblem „5.4“ auf dem Kofferraumdeckel neben dem Diplomat-Schriftzug anstatt des V8-Zeichens. Die Motorleistung von 190 PS beziehungsweise 230 PS war zur damaligen Zeit selbst in dieser Klasse ungewöhnlich. Mit einer Beschleunigung von 0 bis 100 km/h in weniger als 11 Sekunden und einer Spitzengeschwindigkeit von etwa 200 km/h zählte der Diplomat damals zu den schnellsten Großserienfahrzeugen in Europa.

Anfangs war dem Diplomat in der Presse und in der Öffentlichkeit noch recht viel Beifall beschieden. So schrieb zum Beispiel die Fachzeitschrift Auto, Motor und Sport in ihrer 3. Ausgabe von 1965: „Was die Bequemlichkeit des Fahrens angeht, entspricht der Diplomat völlig seinen amerikanischen Geschwistern. Für Europa setzt er neue Maßstäbe jenseits aller Schalterei.“ Auch Straßenlage, Laufruhe und Karosserieverarbeitung wurden gelobt. Kritik ernteten lediglich der nur mittelmäßige Federungskomfort und der hohe Verbrauch im Kurzstreckenbetrieb. Nach einiger Zeit jedoch stellte sich heraus, dass der aus den USA unverändert übernommene Chevrolet-V8-Motor den harten thermischen Anforderungen bei Dauervollgasfahrten auf deutschen Autobahnen nicht gewachsen war. Dieses Manko wurde 1965 durch die Einführung eines noch größeren 5,4-Liter-V8 mit 169 kW (230 DIN-PS) behoben. Dieser Motor war eine spezielle Version des „327 cid small block“ aus der Chevrolet Corvette, welcher für Rennzwecke modifiziert worden war und sich daher auch für den Autobahnbetrieb problemlos eignete. Allerdings war dieser Motor anfangs ausschließlich im Diplomat Coupé zu haben und wurde erst später wahlweise für die Limousine angeboten. Die anfänglichen technischen Unzulänglichkeiten schädigten den Ruf des Diplomat ebenso wie der extreme Benzinverbrauch von über 20 Liter /100 km bei schneller Fahrt oder Kurzstreckenverkehr.

Insgesamt wurden von Juni 1964 bis November 1968 8.848 Exemplare der Limousine gebaut, aber nur 330 Einheiten mit dem 5,4-Liter-Motor.


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