Es ist eine altbekannte Frage: Kann ein psychisch Kranker überhaupt rassistisch sein? „Ja“, sagt die Kriminologin Britta Banneberg . Sie vermutet in einem Zeit-Interview, dass Rassismus und insbesondere wahnhafte Störungen sich ungünstig beeinflussen. Die Tat werde jedoch ursächlich durch die Erkrankung bedingt. Gerade aus der Kombination ergebe sich eine besondere Feindseligkeit, so Banneberg. Es wäre falsch, Menschen mit psychischen Erkrankungen vorzuverurteilen oder sie grundsätzlich für unzurechnungsfähig zu halten . Betroffene können und müssen Verantwortung für ihr Tun übernehmen; niemand muss Straftaten begehen. Doch es braucht auch eine sensible und offene Gesellschaft: Nicht nur in Extremsituationen, sondern auch, um Anzeichen von Gefahr rechtzeitig zu erkennen und sich Hass und Häme präventiv entgegenzustellen. Eingreifen ist gut. Zivilcourage kann vor Schlimmerem bewahren. Und sie gibt dem Opfer das wichtige Gefühl, nicht unsichtbar zu sein. Das kann der Ohnmacht entgegenwirken. Noch besser ist es aber, schon vorher aufmerksam zu sein und auf diese Weise Taten zu verhindern, bevor sie geschehen.